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13. Gummibären
Es ist Ziel der vorliegenden Arbeit, die Ursachen der Farbigkeit von Gummibärchen (ursulinus elasticus vulgaris) zu untersuchen. Es wird dargelegt, warum Gummibären üblicherweise nur in 5 diskreten Farben (rot, gelb, orange und grün, sowie einer farblose Sonderform) beobachtet werden, und daß hierzu eine genetische Disposition verantwortlich ist. Die zu diesem Thema vorliegende Literatur wird einer kritischen Prüfung unterzogen. Ausgehend von den hierbei gewonnenen Erkenntnissen läßt sich zwanglos die Nichtexistenz von blauen oder schwarzen Individuen in der Natur ableiten. Es ist jedoch gelungen, blaue Exemplare gentechnisch zu erzeugen.
Farbigkeit von Gummibären (ursulinus elasticus vulgaris) läßt sich in jedem Fall auf molekularer Ebene durch das Vorliegen von Strukturen erklären, deren Elektronensysteme sich durch Strahlung einer Wellenlänge von ca. 300- 800 nm anregen lassen. Die dadurch verursachte Absorbtion spezifischer Strahlungsanteile führt so zum visuell wahrnehmbaren Attribut “Farbe”. Als zur spezifischen Strahlungsabsorbtion geeigneter Strukturen sind folgende Klassen denkbar:
1. anorganische Ionen, insbesonders von Elementen mit (teil-) besetzten d-Orbitalen in der äußersten Elektronenschale (sogenannte Übergangsmetalle) oder deren Verbindungen, und Komlexe aus derartigen Ionen.
2. anorganische oder organische Pigmente, d.h. Partikel, deren Farbigkeit aus ihrer Kristallstruktur ableitbar sind, sofern sie nicht unter die unter 1. oder 3. aufgezählten Klassen fallen.
3. lösliche organische Farbstoffe.
Für die Farbigkeit von Gummibären kann man davon ausgehen, daß diese durch die zuletzt genannte Gruppe hervorgerufen wird. Eine Färbung durch anorganische Ionen läßt sich a priori ausschließen, da diese auf die den Gummibären als Stütz- und Gerüstprotein dienende Gelatine generell denaturierend wirken würden und somit für die Gummibären – und auch für deren Fressfeinde, wie z.B. die verschiedenen Vertreter der Gattung homo – allein schon aus diesem Grunde toxisch wären. Auf die darüberhinausgehende Toxizität oder gar Cancerogenität spezieller farbiger Ionen, wie z.B. der von Kupfer- oder besonders Chromverbindungen sei hier explizit hingewiesen. Letztere, die je nach pH eine Färbung von rot bis gelb hervorrufen würden, führen unter Belichtung bei Gummibären ausserdem zur Sklerose, einem Symptom der vorzeitigen Alterung. Der dabei ablaufende photochemische Prozess des Chromats mit der Gelatine ist bereits seit Ende des 19.Jh. bekannt und hat seinerzeit sogar eine technische Anwendung in der frühen Photolithographie erfahren. Möglicherweise beruht der in der Gattung homo sapiens vor allem unter weiblichen Individuen mit Nachwuchs teilweise anzutreffende Irrglaube an die Giftigkeit von ursulinus elasticus vulgaris auf der fälschlichen Annahme, daß diese mit derartigen Substanzen gefärbt seien, obwohl die völlig folgenlose massenhafte Vertilgung von Gummibären ein deutlicher Beweis für deren fehlende Toxizität ist.
In gleicher Weise läßt sich eine Färbung der Gummibärchen durch Farbpigmente ausschließen, da diese bei gröberem Korn visuell auszumachen und zusätzlich sensorisch an Zunge und Gaumen (taktil) und zwischen den Zähnen (taktil und akustisch: Knirschen beim Kauen!) nachweisbar wären. Bei geringerer Korngröße bis hinein in den submiskoskopischen oder kolloidalen Bereich wäre hingegen eine Trübung oder sogar Dispersion nachzuweisen. Der durch kolloidale Partikel hervorgerufene Tyndall-Effekt ließe die Gummibären je nach Richtung des Lichteinfalls unterschiedliche Farben aufweisen. Dies steht im Widerspruch zu der Beobachtung, daß echte Gummibären stets transparent sind und ihre Färbung von der Richtung des Lichteinfalles unabhängig ist. Es existieren jedoch auch sog. “Gummibärchen”, die im wesentlichen aus modifizierter Stärke bestehen und somit im Gegensatz zu ursulinus elasticus dem Pflanzenreich zuzuordnen sind. Diese Spezies, die lediglich Form und Aussehen von ursulinus elasticus vulgaris im Sinne eines Mimikry nachahmt, sind in der Tat trübe, doch diese Gattung ist nicht Gegenstand der vorliegenden Untersuchung.
Wir können also festhalten, daß Gummibären durch lösliche organische Farbstoffe gefärbt sind, wobei es zunächst unerheblich ist, ob diese natürlichen (genauer: unmodifiziert natürlichen, pflanzlichen) Ursprungs sind, oder durch gezielte Umwandlung aus fossilen Vorstufen entstehen, da diese fossilen Vorstufen selbst wieder ursprünglich aus Pflanzen hervorgegangen sind. Die immer wieder anzutreffende Unterscheidung in natürliche und naturidentische bzw. “künstliche” Farbstoffe ist also obsolet. Die Farbigkeit derartiger Substanzen wird durch ein mehr oder weniger raumerfüllendes konjugiertes pi-Elektronensystem hervorgerufen, das durch sichtbares Licht in angeregte Zustände versetzt wird und so den Eindruch der Farbigkeit erzeugt. Ob diese angeregten Zustände in irgend einer Korrelation zur Präferenz des homo sapiens stehen, Gummibärchen als bevorzugte Beute zu jagen, ist noch ungeklärt und muß Gegenstand weiterer Forschung werden.
Es ist bekannt, daß das Absorptionsmaximum in der Reihe rot – orange – gelb zunehmend in den Bereich größerer Wellenlängen verschoben wird. Bezüglich der Details bei der spezifischen Färbung der Gummibären wird hierbei auf die grundlegende Arbeit von Th. Lippert verwiesen, dort vor allem auf die UV-Vis-Spektren in Abb. 1, die diesen hypsochromen Wellenlängenshift eindeutig dokumentieren, wobei jedoch zu beachten ist, daß es sich bei der Abbildung nicht um Absorptions- sonden um Reflexionsspektren handelt. Bei diesen ist der Shift erwartungsgemäß gerade entgegengesetzt! Die Unterschiede in den UV-Vis-Spektren roter und hellroter Gummibärchen geht wohl auf die unterschiedliche Konzentration des roten Farbstoffes zurück; farblose Bärchen absorbieren erwartungsgemäß nur im nahen UV, die breite Bande 300 nm ist auf aromatische Aminosäuren (v.a. Thyrosin und Phenylalanin) aus der Gelatine zurückzuführen. Eine besondere Überraschung bietet das Spektrum der grünen Gummibärchen: Der Vergleich mit dem der gelben Exemplare und die einzelne Bande bei ca. 680 nm lassen den Schluß zu, daß es sich hier tatsächlich um eine Mischung gelber und blauer Farbstoffe handelt. Wieso es trotzdem nicht zur Ausprägung einer blauen Färbung kommt, obwohl dieses Merkmal offensichtlich rudimentär angelegt ist, wird weiter unten diskutiert.
Nach Beantwortung der Frage nach der Natur der Färbung von ursulinus elasticus schließt sich folgerichtig die Frage nach deren Ursache an. Prinzipiell sind hier zwei Möglichkeiten denkbar:
Zum ersten könnte die Färbung durch Umwelteinflüsse hervorgerufen werden, wie z.B. durch die Aufnahme geeigneter Nahrungsbestandteile, wie dies etwa auch bei der Rosafärbung der Flamingos der Fall ist, zum zweiten könnte man aber auch an eine entsprechende genetische Disposition denken. Es ist verschiedentlich berichtet worden, daß innerhalb einer Tütenpopulation Dominanz einer speziellen Farbe zu beobachten gewesen sei. Da sich jedoch alle diese Arbeiten widersprechen, wurde die Frage nach der Farbdominaz innerhalb geschlossener Tütenpopulationen von uns erneut experimentell untersucht. Zu diesem Zweck wurde der Inhalt von 10 ungeöffneten Tüten nach Farben sortiert. Es wurden somit 50 Datensätze ausgewertet. Bei einer mittleren Tütenpopulation von 125 Individuen sollten bei Gleichverteilung im Mittel 25 Individuen pro Tüte und Farbe zu finden sein. Die deskriptive Statistik der tatsächlichen Häufigkeit pro Farbe und Tüte ist in Tabelle 1 zu finden:
Mehr:
http://www.gummibaeren-forschung.de/farben2/farben2.htm
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1. Internet
19. woobby
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